Hippel
Eine traurige Geschichte

Den Bericht über Hippel erhielten wir als Mail am 17.04.02 von der Tierschutzorganisation "Bunter Hund" e.V.


Da wir seit einigen Jahren mit Tierheimen in ganz Deutschland zusammenarbeiten, ist
uns die - zumeist mehr als - schwierige Situation abgeschobener Dobermänner bekannt.
Wir sind darum besonders dankbar, dass sich eine kleine Handvoll Tierschützer zu der
Dobermann-Hilfe e. V. zusammengeschlossen haben!
Und unter großem persönlichen Einsatz und hohen finanziellen Opfern einfach alles für
in Not geratene Dobermänner tun!

Hätte ich das Ehepaar Zahn schon vor Jahren kennengelernt - auch für "Hippel" hätte es Rettung gegeben!

Er war ca. 2 - 3 Jahre alt, als er in unserem portugiesischen Paten-Tierheim abgegeben wurde.

Wir konnten nur einen Bruchteil dessen, was dieses arme Geschöpf in seinem Leben durch Menschenhand erleiden musste, in Erfahrung bringen!
Seinen wirklichen Namen haben wir nie erfahren - falls man ihm überhaupt einen gegeben hatte.
Hippel nannte ich ihn, weil er - obwohl er vor Schwäche kaum noch in der Lage war, sich auf den Beinen zu halten -
immer noch den Ansatz des Dobermann-"Hippel"-Ganges zeigte!


Hippel sollte seinem "Herrchen" als Jagdhund dienen.
Die Jagd - in Portugal "Volkssport".
Zur Jagd "gebraucht" werden alle Hunde, egal ob groß oder klein.
Wer zur Jagd nicht "taugt", wird ausgehungert - getreu dem Motto " mit Hunger jagt es sich besser".
Diese Methode ist gängige Praxis.


Jagt der Hund immer noch nicht, lässt man ihn verrecken oder bringt ihn um oder schiebt ihn ab.
Wie in Hippel´s Fall geschehen (er wurde übrigens nicht von seinem "Herrchen", sondern indessen Auftrag
von seinem "Frauchen" in´s Tierheim gebracht - die auch freimütig den Abgabegrund schilderte).


Hippel´s erbarmenswerter Anblick schnürte mir das Herz ab!
Das Wissen, dass er keinerlei Chance hatte, trieb mir die Tränen in die Augen!

Er hatte das Pech gehabt, in Portugal geboren (gelandet?) zu sein!
In einem Tierheim, dassmit ständig 250-300 Hunden chronisch überfüllt und dazu in ständiger Geldnot ist!

Einem Tierheim in dem täglich durchschnittlich 7 (!) Hunde "landen"! Und in dem entsprechend viele Hunde getötet werden müssen - krankheitsbedingt und um "Platz zu schaffen"!
Vermittelt wird kaum einer!
Chancen haben nur die wenigen, die nach Deutschland gelangen.

Leider sitzen in deutschen Tierheimen mehr als genug Dobermänner ein- dafür sorgen Züchter durch ihre "Produktion".
Einen Dobermann aus dem Ausland in ein deutsches Tierheim bringen?
Damals keine Chance !


Was wir taten? Wir fütterten ihn sechsmal täglich mit kleinen Portionen, schmusten mit ihm, gingen mit ihm Gassi,
als sein Zustand dies zuließ.
Ich hatte längst mein Herz an ihn verloren
!
Er war dankbar und so glücklich, dass es endlich Menschen gab,
die es einfach nur gut mit ihm meinten, die mit ihm sprachen, ihn liebkosten, ihn fütterten!
Er dankte es mit unendlicher Anhänglichkeit!
Am Tag unserer Abreise wurde Hippel eingeschläfert - er starb in meinen Armen, mit ihm ein Teil von mir.

Hippel starb, weil wir in Deutschland keine Aufnahmemöglichkeit für ihn hatten.

Hätte die Dobermann-Hilfe damals existiert, hätte ich die Eheleute Zahn gekannt -
ich hätte ihn mitnehmen können und sein Leben wäre gerettet gewesen!
Es ist das Schlimmste: einem Tier dem durch Menschenhand
nur Leid zugefügt wurde, nicht helfen zu können!
Nicht wiedergutmachen zu können, was Individien unserer Spezies einem hilf- und wehrlosen Lebewesen angetan haben!

Die Dobermann-Hilfe e.V. versucht mit ihren bescheidenen Mitteln solchen Tieren zu helfen.

Es wäre schön, wenn die Dobermann-Hilfe mehr Unterstützung,
z.B. durch Patenschaften für solch arme Tiere, erfahren würde!

Jede Spende hilft den Tieren!

Damit sich Hippel´s Schicksal nicht wiederholen muss!


Wir brauchen Ihre Hilfe


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