Josefine
Ein unglaublicher Fall zugetragen am 26. April 2002
in Brandenburg auf der B 87


Gestern waren wir mit drei Hunden und zwei Kindern per Auto unterwegs.
Auf einem Rastplatz an der Bundesstrasse haben wir eine Weile geparkt und sind mit den Hundis in den Wald wegen auspullern usw. Ein Stückerl im Wald trafen wir auf einen jungen Mann, der amüsiert unseren Pudel beim Malträtieren der Schäfermädels beobachtete.
Nach ein paar Minuten sprach er uns auf die hübschen Hunde an und man kam ins Gespräch.
Wir erzählten, dass wir DSH züchten.
Sein Bruder hätte auch gerade einen ungewollten Wurf Dobis gehabt und die Welpen sind soweit alle verkauft. Schimpfte, dass der Dobirüde des Bruders die gerade ein Jahr alt gewordene Hündin gedeckt hätte. Die Hündin hat gar nicht gewußt, was da mit ihr passiert, als der Wurf kam. Sie wollte erst von den Babys gar nix wissen. Zwei lagen morgens tot im Stroh!? Sie waren schon von den Ratten(!) angefressen worden, sowie ein drittes, was aber noch gelebt hat. Vier weitere seinen gesund gewesen und mittlerweile eben weg...
Auf Nachfrage, was aus dem noch lebenden Welpen geworden wäre, stammelte er anfangs etwas rum. Den wird der Bruder ja mit dem angenagten Po nirgends los... Die Rute ist ganz ab und dann noch ne ziemliche Fläche am Hintern, wo die Haut fehlt...*schluck*

Und da ja kupieren verboten ist, will der Bruder keinen Ärger mit den Behörden...
Der Tierarzt hat den Hund aber nicht einschläfern wollen und nu wird das Tier erschlagen...

Da der Bruder aber selber zu feige ist, hat er seinen Bruder losgeschickt, um das Hundi wegzuschaffen und das "Notwendige" zu tun...
Und eigentlich sei er nur hier im Wald, um einen geeigneten Platz für den Kadaver zu finden! Ich hab den gefragt, ob er denn schon "hätte"...
Antwort:" Noch nicht, der Hund tut mir so leid!"
Ich sag:" Wo haben Sie denn den Hund?"
Er:" Im Auto."
Ich:" Zeigen Sie doch mal!" Er ging das Stück zum Parkplatz und kam mit einem Sack(!) wieder, der ziemlich beweglich war.

Nun liegt “Josephine” (Anm.: so wurde der Welpe benannt) auf meiner Couch und kuschelt mit Onyx...

Der Popo sieht übel aus; desweiteren hat sie einen mordsmäßig dicken Zeh und mehrere Narben am Bäuchlein, sowie eine frischverheilte kleine Wunde am Kopf!!! Heute Abend gehen wir zu unserer Tierärztin; vielleicht kann man mit der Haut am Po noch was machen, wenn es unter Narkose ausgeschält und dann vernäht wird.


Fortsetzung 27. April 2002

So, nun waren wir erstmal beim Tierarzt.
Also es sieht ganz so aus, als hätte da ein Stümper mit einer Axt oder so... Jedenfalls sieht es wie Spätkupierversuch aus, sagt die Ärztin (die dadurch, dass sie Boxer hat, die früher auch kupiert wurden, mit Sicherheit die Tricks der Leutchen kennt).
Wir behandeln sie mit Kamillewaschungen und Pyolosin- Salbe. Na und natürlich mit Antibiotika.

Mir ist es Wurscht, ob man das später noch sehen wird, Hauptsache heile... Vorsichtshalber bekomme ich noch ne Bescheinigung, dass ich das nicht mit dem Popo war...

Der Zeh scheint nicht gebrochen zu sein; röntgen brauchten wir schonmal nicht.
Der Ernährungszustand der Kleinen ist erstaunlich gut, sagt sie und auch, dass mit Sicherheit mal eine Beisserei stattgefunden hat, bei der die Narben von Josephine entstanden sind.

Und dann der Vollständigkeit halber auf Nachfrage bei der Polizei: Wegen einer Anzeige, die wir versucht haben aufzugeben. Selbst wenn wir den Namen des Mannes wüßten, müßten wir beweisen, dass er gegen das Tierschutzgesetz verstossen hat und auch, dass wir den Hund von ihm erhalten haben, bzw. daß es jemals seiner war.

Vielleicht findet man den Kerl so, falls Jemand weiß, wo gerade ein Wurf gefallen ist oder vielleicht die Besitzer der anderen Welpen, vor Allem wo jetzt doch klar ist, dass an dem Schwänzelchen rumgehackt worden ist!!!

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